Was möchtest du gerne zurück(ver-)geben

28. Oktober 2019

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Diese Frage habe ich vor einiger Zeit den über 6000 AbonnentInnen meines Newsletters „Brief von Felix gestellt“. Hier sind einige der Antworten unserer Community.

Wenn Du möchtest, kannst Du gerne selber in den Kommentaren antworten.

Vergebung bedeutet, dass du das, was du von jemandem übertragen bekommen hast und mit dir herum trägst, an diesen jemand zurück gibst, was möchtest du gerne zurückgeben?

„Lieber Felix, 

die Antwort auf deine Frage: Vergebung kann ich ganz klar mit ja beantworten. 

Erstes Beispiel: Ich habe meiner Mutter vergeben. Jetzt einige Monate nach ihrem Tod habe ich ihr vergeben können, wie sie war. Das sie immer die starke Frau war, die nach Außen hin unglaublich aufopfernd war, aber im Innenverhältnis über „Leichen“ ging.

Ich bin damit aufgewachsen: Stell dich nicht so an, da musst du jetzt durch, sei nicht so läppsch, an das Verhältnis was du zu deinem Vater hast komme ich eh nicht ran. Wenn sie von der Arbeit nach Hause kam, bekam ich erstmal die Antwort – lass mich erstmal in Ruhe, häng nicht ständig an mir. Wenn ich so über meine Kindheit nachdenke, ich bin zwar nie körperlich missbraucht worden, dafür seelisch umso mehr. Ich hatte als Kind immer Angst vor meiner Mutter. Vor meinen Essstörungen, zuerst als Magersüchtige, jetzt später als Binge Eater hat sie immer die Augen verschlossen und es verneint. Es regelrecht von sich abgewiesen. Woher das Ganze kommt weiß ich. Das meine Mutter so war wie sie war weiß ich auch. Ich kann ihr zwar viele Dinge nicht verzeihen, aber ich habe ihr vergeben. Als ich im Dezember mich dazu entschieden habe diese Tür für immer zuzuschlagen, hat sich nach ihrem Tod im Januar eine alte und viel schönere Tür geöffnet. Ich habe meinen Vater aus Kindertagen wieder bekommen. 

Zweites Beispiel: Arbeitskollegen. Vor allem eine meiner Kolleginnen die auch noch in der selben Gruppe arbeitet wie ich hat mir das Leben auf der Arbeit schwer gemacht. Es war und ist nie leicht gewesen mit ihr auszukommen. Es gab immer wieder Spitzen unter denen ich gelitten habe, sei es das sie mir einfach meine Arbeit weggenommen hat, oder an mein Platz gegangen ist und die Arbeit von dort weggenommen hat, oder auch nach wie vor immer noch meine Arbeit kontrolliert. Wenn es einem selber gut geht, ärgert man sich zwar über solche Dinge, doch man versucht bis zu einem gewissen Grad darüber hinweg zu sehen. Nur irgendwann kann man nicht mehr darüber hinweg sehen. Der Höhepunkt war am zweiten Arbeitstag diesen Jahres. Ich war total Krank auf die Arbeit gekommen, erntete von ihr folgenden Satz: egal ob du da bist oder nicht, arbeiten tust du eh nichts. So wenig wie du kommst, kannst du auch gleich ganz daheim bleiben. Eine Hilfe bist du eh nicht. Die Sahne auf diesem Kuchen war, sie sagte dies zu mir im Beisein unseres neuen Kollegen der den zweiten Tag in der Firma war. Da ich zu diesem Zeitpunkt eh am absoluten emotionalen und seelischen Limit lief, brachte dies das Fass zum überlaufen. Ich wurde von meiner Ärztin erstmal 4 Wochen aus dem Verkehr gezogen. 

Inzwischen habe ich meiner Kollegin vergeben, ich habe mir neben deinen Büchern auch – am Arsch vorbei geht auch ein Weg und das Leben ist zu kurz für später gelesen. Diese Bücher haben mir echt geholfen, vieles anders zu sehen und vor allem auch entspannter. Ich muss sagen, seitdem ich meiner Kollegin gegenüber mit einer gewissen Distanz und „am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ Einstellung gegenüber trete ist sie direkt nett zu mir geworden. Ihre spitzen Kommentare und Zurechtweisungen gehen Richtung Null. 

Drittes Beispiel: meine Ehe. Ich war  immer darauf aus gewesen es meinem Ehemann recht zu machen. Alles nach Möglichkeit perfekt hinzubekommen. Perfekte Ehefrau, perfekte Hausfrau,  perfekte Mutter, perfekte Putzfrau. Kurzum – ich führe eine erfolgreiches kleines Familienunternehmen. Inzwischen habe ich diese Perfektion an den Nagel gehängt. Ich bin darunter zusammen gebrochen. Ich äußere inzwischen meine Wünsche, wenn mein Mann – für in meinen Augen verrückten Ideen ankommt – sage ich inzwischen was ich denke und schlucke es nicht mehr einfach hinunter und versuche es nicht mehr mit mir selber auszumachen sondern sage offen was ich denke. Seitdem geht es mir besser. Es ist zwar auch für ihn ein großer Lernprozess, aber ich denke wir sind auf einem guten Weg. Dem anderen seine „Fehler“ zu vergeben.

Ich könnte hier noch 2,3 Beispiele mehr aufführen. Was ich für mich merke, ich merke das es mir leichter ums Herz wird. Seitdem ich für mich beschlossen habe, du musst es nicht jedem Recht machen, du musst nicht mit jedem gut Freund sein. Vergebe Menschen, die dir weh getan haben und gebe das Ganze als Bumerang zurück, lässt es sich leichter leben. Auch meine Ausbrüche im Essen sehe ich inzwischen gelassener ich denke nicht mehr soviel darüber nach wieso, weshalb, warum dies passiert ist, sondern lasse dies einfach geschehen und mache am nächsten Tag weiter.

Das Leben ist zu kurz für später.“

 


„Lieber FelixZuerst einmal Danke für die Einladung für deine geheime Facebook Gruppe. Du wirst glücklich sein, hören zu können, dass ich schon dabei bin.Was die zwei Themen sind, die du dieses Mal ansprichst.  Nun die Liebe ist ne verdammt starke Kraft. Sie lässt uns Berge erklimmen und kann uns aber auch in tiefe Löcher stürzen lassen. Ich selber bin seit bald 12 Jahren mit meinem Mann zusammen und feiere demnächst unseren 5. Hochzeitstag. Er ist für mich der „Fels in der Brandung“. Er ist es, der mich jeden Tag unterstützt, mir zuhört und immer eine Schulter zum ausweinen hat, wann immer ich sie brauche.  Er lässt mir meine Freiheit. Ja er lässt mich sogar mit meinem besten Freund, mit dem ich erst seit gut 2 Jahren befreundet bin in den Urlaub verreisen. Ja ich hab einen 6er im Lotto gewonnen und meine Liebe zu ihm wird nicht nur jeden Tag stärker, nein sie wird immer tiefer. Und wie ich das ganze von dir lese, darfst du das gleiche erleben, was mich sehr für dich freut.Das andere Thema, das Vergeben ist nicht so einfach. Ja ich erlebe es z.Z. sehr intensiv bei meinem besten Freund. Ich habe ihm vor ca. 4 Wochen aus einem üblen Streit die Freundschaft gekündigt.  Mein Mann konnte meinen traurigen Zustand nicht mehr ertragen und hat mit meinem besten Freund gesprochen. Wir haben nachher zwar alles geklärt aber irgendwie, ich weiss nicht, ist der Wurm noch drin. Bei mir ist es das Gefühl, als gute Freundin versagt zu haben. Nicht zu genügen. Langweilig zu sein. Wieder einmal alles Falsch gemacht zu haben.  Wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin, geht es mir nicht so. Ganz im Gegenteil. Und wenn ich jetzt so deine Zeilen auf der Facebook lese, merke ich erst, dass dieses Gefühl gar nicht von mir kommt. Er vermittelt es mir. Denn schliesslich mag ich mich so wie ich bin. Denn so wie ich bin, bin ich perfekt.Ich bin froh, heute und jetzt dieses Mail von dir bekommen zu haben.“


Lieber Felix,

Danke für Deinen Brief und dafür, dass Du den Live Chat teilst ♡ so wertvoll!
Ich bin sehr dankbar, dass Du vieles aufzeichnest und ich es später schauen kann! Danke dafür ♡

Vergebung war lange ein wichtiges Thema und mein persönliches Ziel nach der Offenbarung.
Wir hatten das Thema mal im Einzel Coaching in Verbindung mit meiner Mutter.
Ich kann Dir gar nicht genau schreiben, was da passiert ist, doch langfristig hat Dein Coaching wahre Wunder bewirkt ♡ Da ist nichts mehr, was ich meiner Mutter nachtrage, ich hege keinen Groll. Ich bin nun einfach friedlich in Gedanken an meine Mutter. Wir hatten Ostern einmal einen kleinen Disput zum Thema Essen, wo sie mir vorschreiben wollte, was ich mittags im Restaurant essen soll. Da habe ich relativ cool sagen können: „Das sehe ich dann, wenn ich die Speisekarte im Restaurant in der Hand halte.“ Da hat es einmal kurz geknallt, doch dann war gut.
Hm, was möchte ich in der Vergebung zurück geben?
Bei meiner Mutter ganz klar dieses Übergriffige, dieses mich nicht sein lassen, wie ich sein möchte. Ich möchte, dass meine Mutter ihre Grenzen einhält!
Alles andere aus meiner Vergangenheit habe ich ihr, Dank Deiner Hilfe, bereits vergeben können. ♡“


„Lieber Felix, Da bekommt man die wöchentliche E-mail mit einem Thema,  dass einen durchaus seit Jahren beschäftigt…Vergeben ..Selbstheilung und dann ist ein einziges Wort so ein Trigger, der die Wunden aufreißt.Deine Reise zum Ammersee, denn dort wohnt die Frau,  die gemeinsam mit meinem Mann entschieden hat, dass mein Mann und ich unsere Ehe nicht mehr weiterführen werden.Ich versuche beiden seit 3 Jahren zu vergeben. Ich versuche,  mich selbst zu heilen…weil ich auch meinen Seelenfreund-oder den, den ich dafür hielt- verloren habe.Leider schwebe ich immer noch in diesem leeren Raum und versuche wieder fuss auf der Welt zu fassen-mich selbst zu finden. Zu wissen: „wer bin ich eigentlich, was möchte ich, was macht mich aus?“Drei Jahre sind eine sehr lange Zeit und manchmal denke ich kurz, ich fühle mich,  aber dann schwebe ich weiter.Natürlich versuche ich zu vergeben-um meinetwillen. Für meinen Frieden und für meine Kinder.Ich versuche zu kämpfen und nicht aufzugeben.Zu verzeihen und mich selbst zu finden….lieber Felix, diese E-Mail hat meinen Nerv getroffen und mir wieder bewusst gemacht,  dass diese Sache nicht mit Verdrängen vorbeigeht,  sondern dass ich mich selbst aktiv suchen und finden sollte und dass ich vor allem endlich, endlich vergeben muss.Ich weiss nur leider nicht wie aber wer weiss vielleicht finde ich die Antwort ja in einer deiner freitags-emails irgendwann.“


„Hallo Felix Wenn Vergebung tatsächlich bedeutet, dass ich das, was mir übertragen worden ist wieder zurück gebe, dann möchte ich nicht vergeben. Der Grund ist, weil ich diesen Menschen nichts böses möchte. Ich möchte nicht, dass sie denselben Schmerz, Trauer und Enttäuschung erleben müssen… weil ich das einfach niemandem wünsche.Würde Vergebung hingegen bedeuten, dass das was mir übertragen worden ist einfach in einer Seifenblase wegschwebt und dann weit weg von mir verplatzt… ja dann wäre ich sofort bereit für die Vergebung .Sorry für meine andere Sichtweise und ganz liebe Grüsse“


„Lieber Felix!

Erstmal Gratulation zu der neuen Aufmachung des Mails! Schaut super aus.

Zum Thema Vergebung – Das Thema haben wir auch in der letzten Offenbarung behandelt. Und da wurde mir klar, dass ich betreffend meiner Scheidung etwas vergeben – also zurückgebeben – möchte.
Mein Übergewicht war in meiner ersten Ehe ein Thema. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich an dem Ende unserer Ehe schuld war, weil ich zu dick war und sich mein Mann deswegen eine neue Frau gesucht hat.   Daher sind viele Erinnerungen, schlechte Gefühle, Aussagen, Schmerz, Trauer, Wut in mir  –  diese dürfen nun gehen – ich gebe sie ihm wieder zurück.
Mein Lebensmotto lautet, dass alles im Leben einen Sinn hat, aber man diesen nicht immer gleich erkennt. Diese Trennung hat mir die Möglichkeit gegeben, meinen Seelenmenschen kennenzulernen. Hätte ich mich nicht scheiden lassen, hätte ich nie meinen jetzigen Mann und besten Freund getroffen. Und ich hätte nie erfahren, seiner selbst geliebt zu werden.“


„Hallo Felix und Hallo Team Felix,

spannende Frage mit der “ Rückgabe“ und der „Vergebung“!

Vergebung ist für mich die Möglichkeit , eine natürliche Ordnung wieder herzustellen und damit auch meinen Körper, meinen Geist und vor allem meine Seele wieder in Einklang zu bringen.

Ich bin gerade im aktiven Prozess, die lange in unserem Familiensystem vorherrschende Verpflichtung aufzulösen, dass Frauen zu funktionieren haben und auf gar keinen Fall Gefühle zeigen dürfen. Und immer! verpflichtet sind, sich darum zu kümmern, dass es allen gut geht. Hierbei habe ich gemerkt , dass ich meinem Vater, unbewusst, dieses Versprechen gegeben habe damit er gehen(sterben) kann um wieder mit seiner Frau vereint zu sein.

Es steht nicht in meiner Verantwortung! sondern jeder einzelne Mensch, in und mit seiner Persönlichkeit, kann und darf Entscheidungen für sich treffen, aus sich heraus. Da sind Widerstände vorprogammiert;-), denn ich funktioniere nicht mehr in der „gewohnten“ Verlässlichkeit.

Ich merke, jetzt wo ich es formuliere, Veränderungen und das tut mir und meiner Seele gut.“

Foto von Emily Morter auf Unsplash

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