Übung: Herzverbundenheit

10. November 2019

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Es geht nicht darum, dass ein Tag immer frei ist von Hindernissen, man permanent glücklich ist oder die Erwartungen aller Menschen erfüllen soll, es geht vielmehr darum, welches Gefühl ich für das „Jetzt“ habe.

Es wäre völlig unrealistisch den Anspruch zu pflegen, dass es irgendwann keine Probleme mehr in deinem Leben geben wird. Oft haben wir darauf selbst keinen Einfluss, wir haben aber darauf Einfluss, mit welchem starken Gedanken wir einen Tag beenden oder starten. Ein bisschen ist es so, als würdest du jeden Tag ein neues weisses Blatt Papier bekommen, auf dem !Du! bestimmen darfst in welcher Szene sich der kommende Tag abspielt.

Was glaubst du würde passieren, wenn du gleich zum schwarzen Stift greifst und eine düstere Landschaft auf das Papier malst? Hat dann dein Tag überhaupt eine Chance in einer solchen Szene positiv auf dich zu wirken? Alles was an diesem Tag auf dein Blatt Papier hinzugefügt wird, wirkt düster, noch bedrohlicher, selbst die positiven Dinge wirken kleiner, kraftloser oder gehen vielleicht ganz unter. Aber was würde passieren, wenn du dein Blatt mit bunten Farben füllst, mit einer Szene, die positive Dinge willkommen heisst. Glaubst du nicht, dass du dann all die wundervollen, kleinen Dinge, die positiv auf dich wirken können, besser wahrnehmen kannst? Und was passiert dann mit den negativen Dingen? Ja, sie werden dir auffallen, aber du wirst auch all die vielen schönen Dinge bemerken, die dir Freude und Stärke geben können, um genau diese Dinge besser anzugehen. Es hat also keinen Nachteil, den Tag mit einem schönen (bunten) Gedanken (Blatt Papier) zu beginnen.

Wenn ich vom Herzen her etwas verändern will ist der schwierigste Punkt der, meinen Kopf davon zu überzeugen, dass die Veränderung das Richtige ist.“ 

Aus einer Anwort auf den Brief von Felix

Unser Verstand möchte immer alles verstehen. Da kann schon eine einfache Tabelle dienlich sein, die berühmte Plus+ und Minus- Tabelle. Oben drüber schreibst du die angestrebte Veränderung. Anders als bei der bekannten Tabelle schreibst du hier aber mal nicht die Vor-und Nachteile auf, sondern arbeitest mit der Verbindung zwischen Herz und Verstand, also den Gefühlen.

Welche neuen Gefühle darfst du fühlen, wenn du die angestrebte Veränderung lebst? Welche Gefühle darfst du langfristig fühlen, wenn du diese Veränderung lebst? Welche Gefühle bleiben, wenn du sie nicht lebst? Kommen möglicherweise langfristig neue, unangenehme Gefühle dazu, wenn du sie nicht lebst?

Unser Gehirn ist gar nicht so sehr an harte Fakten gebunden, wie wir glauben, denn wir denken in Bildern. Emotionen spielen dabei eine wichtige Rolle, vor allem langfristig negative Emotionen. Diese möchte unser Verstand nämlich möglichst vermeiden. Eine Veränderung, die dein Herz anstrebt, wird darauf ausgerichtet sein L-A-N-G-F-R-I-S-T-I-G ein positiveres Gefühl zu entwickeln und das ist genau der Punkt an dem sich Herz und Verstand treffen dürfen. Dein Kopf und dein Herz bilden ein starkes Team, wenn der Austausch entsprechend klar verständlich ist. D.h. wenn dein Kopf längerfristig negative Emotionen vermeiden möchte, sollte dein Herz das auch so kommunizieren.

Das funktioniert gut über die oben beschriebene Tabelle. Du könntest sie aber auch noch erweitern durch ein Diagramm, indem du darin aufmalst wie kurz-oder langfristig bestimmte mit der Veränderung verbundene Emotionen sind. Dein Herz weiss intuitiv ja schon längst, dass die positiven Gefühle, die aus dieser Veränderung resultieren längerfristig sind und gleichzeitig weiss es auch, dass dafür kurzfristig negative Emotionen aufkommen können. Dein Kopf ist eine kleine Wahrscheinlichkeitsrechenmaschine. Lass ihm also einen Einblick in das große Ganze bekommen, nicht nur das kleine unangenehme Hinderniss, das direkt vor dir steht. Denn das ist ja erstmal nur eine Emotion, die er vermeiden möchte.

Darf dein Verstand aber das große Ganze sehen, ist er durchaus auch bereit K-U-R-Z-F-R-I-S-T-I-G negative Emotionen zuzulassen, um dann L-A-N-G-F-R-I-S-T-I-G positive zu erhalten.

Du kannst auch weiter an der Verbindung arbeiten, indem du deine Herzverbindung stärkst.

Vertrauen in deine Herzensentscheidungen, stärken auch das Vertrauensverhältnis zwischen Kopf und Herz. Das kannst du auf ganz liebevolle Art und Weise tun.

  1. Suche dir am Abend einen Ort in deinem Zuhause, an dem du dich sehr geerdet und wohl fühlst. Du darfst diese Übung im Stehen oder im Sitzen durchführen, gerne auch barfuss.
  2. Wärme deine Hände, indem du sie aneinander reibst.
  3. Wenn sie für dich eine angenehm warme Temperatur haben, legst du die Hand deiner Wahl unter deine Kleidung auf dein HerzAtme tief und lange ein und nimm dir die Zeit ganz bewusst lange auszuatmen. Dadurch nimmst du Kontakt mit deinem Herzen auf.
  4. Erinnere dich an all die positiven Emotionen, die du heute empfinden durftest, an all die kleinen Schritte, die du heute gegangen bist und welche Erkenntnisse sich dir dadurch eröffnet haben. Beziehe auch körperliche Leistungen mit ein, z.B dein Herz, das zuverlässig und unaufhörlich für dich arbeitet, deine Lungen, die dir ermöglichen tiefe Atemzüge zu nehmen, deine Hände, die für dich den ganzen Tag wirken.
  5. Stelle dir vor, wie all die positiven Emotionen, die du mit diesen Erfahrungen am Tag verbindest unter deiner warmen Hand zusammenkommen. Vielleicht formen sie einen Ball gefüllt mit all der wunderbaren Energie, mit Dankbarkeit für Erkenntnisse und Erfahrungen. Stelle dir vor, wie du über diesen kleinen Ball, der unter deiner Hand direkt auf deinem Herzen liegt Energie in deinen Körper geben kannst. Über deine gewärmte Haut direkt in dein Herz. Wenn es heilend dort ankommt, darf dein Herz es in alle Winkel deines Körpers verteilen.
  6. Stelle dir dabei vor, wie die wärmende, mit Liebe gefüllte Energie durch deinen Körper fließt und dir ein warmes, liebendes Gefühl schenkt. Ein Gefühl, das du heute selbst kreiert hast und so groß ist, das es selbst für schwierige Tage immer zur Verfügung steht. Sei dankbar dafür. Du beendest die Übung, wenn du dich aufgeladen und gut fühlst. 

Vielleicht kann es dir sogar eine Hilfe sein, mit einem kleinen Ball zu arbeiten, den du nach der Übung in deine Hosentasche stecken kannst. Diesen kannst du am Tag immer wieder mit positiven Emotionen und somit positiver Energie aufladen. Nehme ihn häufiger in die Hand und fülle ihn mit deiner neu gewonnenen Energie. Am Abend wiederholst du dann immer dein Ritual, indem du deinem Herz etwas von dieser Energie zukommen lässt. An schwierigeren Tagen, kannst du dich damit auch wieder aufladen und Dankbarkeit empfinden für all die positiven Dinge, die diesen Ball für dich aufgeladen haben. 

Wenn du morgens aufstehst, greifst du in deine Hosentasche und schaust ihn dir an und erinnerst dich daran, wie warm und wohlig das Gefühl bei dieser Übung war und, dass die Energie immernoch durch deinen Körper fließt und sich die ganze Nacht heilend durch deinen Körper bewegt hat. Du bist nun bereit für den Tag. Immer, wenn du ein posives Gefühl verspürst lädst du deinen Ball auf, indem du ihn kurz aus deiner Hosentasche holst. Dabei passiert etwas ganz Entscheidendes: Dein Verstand wird Positives nun auch viel stärker wahrnehmen, weil es mit einem Bild und einer Aktion verbunden ist.

Zack!

Verstand und Herz in Verbindung!

Artikelbild: Kasper Rasmussen auf Unsplash

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